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Welche Elemente gehören zum Spiel? Mathematik Die Schönheit des Pokerns rührt von seinem wissenschaftlichen Kern. Grundsätzlich hängt alles von der Wahrscheinlichrechnung ab. Ich will hier nicht in die Tiefe gehen, daher nur ein einfaches Beispiel. Angenommen, meine Hole Cards sind 8 und 9 und der Flop kommt Bube, Dame, 2. Zur Straightfehlt mir die Zehn. Da das Spiel aus 52 Karten besteht und ich nun fünf davon kenne (meine eigenen beiden und die drei Flop-Karten), gibt es also 47 unbekannte Karten. Von diesen 47 Unbekannten helfen mir vier (die vier Zehnen), 43 sind schlecht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit der nächsten Karte (auf dem Turn) meine Straight mache ist 4 zu 43, also knapp 1 zu 11 gegen mich. Ob ich weiter spiele, also Geld einsetze, hängt nun vom Verhältnis meines Einsatzes zum möglichen Gewinn (das was im Pott liegt oder liegen wird) ab. Befinden sich beispielsweise 70 Dollar im Pott und muss ich 10 Dollar zahlen, um die nächste Karte zu sehen, mache ich dabei ein schlechtes Geschäft. Die sogenannten Pot Odds sind nur 1 zu 7, bei 1 zu 11 Odds auf Vollendung meiner Straight. Hier müsste man sich von den Karten trennen. Doch wer glaubt, dies sei auf höherem Niveau ausschließlich der Fall, der täuscht. Viele Spieler (Zocker) jagen Chancen mit negativem finanziellem Erwartungswert hinterher. Es regiert "das Prinzip Hoffnung". Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass es diese Spieler sind, die Pokern profitabel machen. Pokern ist übrigens weniger Rechenarbeit, als man nun vermuten könnte. Die Wahrscheinlichkeiten für Standardsituationen hat man sehr schnell auswendig gelernt. Überhaupt geht es bei Hold’em sehr viel um Mustererkennung, ähnlich wie beim Schach. In der Regel sind 90 Prozent aller Entscheidungen forciert (für den, der sich die Muster angeeignet hat). Hold’em ist somit eine wenig anstrengende Tätigkeit. Man muss eben nicht fortwährend Karten zählen, wie z.B. bei 7 Card Stud oder Black Jack. Die eigentlich Arbeit liegt vor dem Spiel, beim Studium der Literatur und Aufnahme der Muster.
Strategie Bei Hold'em gibt es mehrere strategische Ziele. Diese lauten: 1. Gewinne maximieren Psychologie Im Gegensatz zum Schach ist Hold’em ist ein Spiel mit unvollständiger Information. Ich kenne eben nur meine eigen Karten, nicht die der Gegner. Auch weiß ich nicht, wie meine Gegner ihre Karten interpretieren. Wenn ein Gegner seine Karten stark spielt, kann das vielerlei bedeuten: 1) Er hat eine starke Hand. 2) Er hält seine Hand (nur) für stark. 3) Er blufft. 4) Er semi-blufft, d.h. er spielt eine Hand stark, die über Verbesserungspotential verfügt, zur Zeit aber noch schwach ist. Poker ist ein Peoples Game. Der Faktor Mensch spielt eine wichtige Rolle. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, muss ich meine Gegner richtig einschätzen können. Daher sollte ich ihre Spielweise beobachten und Rückschlüsse auf ihren Charakter ziehen. Die wichtigsten Merkmale sind dabei der Grad ihrer Aggressivität, die Häufigkeit mit der sie überhaupt in der Hand sind (locker oder konservativ) und ihre Geradlinigkeit bzw. ihre Täuschungsneigung. Im Internet ist der Einsatz einer Analysesoftware für die Gegnerklassifikation sehr hilfreich und auf höherem Niveau quasi ein Muss. Die Entscheidungsfindung
Die Kunst beim Pokern die richtige Entscheidung zu treffen besteht in der angemesenen Vernüpfung aller Elemente. Der Spieler muss sämtliche Parameter bedenken und die verschieden Informationsstränge zu einer Entscheidung verdichten. Die Parameter sind
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